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Hamburg | 03.08.2018, von  Piet Bosse

Zweite Bundesliga startet mit Nordderby für Kiel

Die erste Zweitligasaison nach 36 Jahren löste an der Förde vergangenes Jahr eine Euphorie aus, die das Team fast die gesamte Saison über trug. Holstein Kiel begeisterte mit berauschendem Offensivfußball, Leichtfüßigkeit und Nervenstärke - klopfte sogar an das Tor zur Bundesliga. Nach einem Sommer des Umbruchs geht es für die Mannen von Neucoach Tim Walter am Freitag gegen den abgestiegenen HSV im ausverkauften Volksparkstadion wieder los. Spannend wird, ob die Störche den Aderlass des Sommers bewerkstelligen, und die Zuschauer auch dieses Jahr mitreißen können.

Einen starken Schlussspurt hat auch der VfL Bochum gespielt. Seitdem Robin Dutt im Februar das Kommando an der Castroper Straße übernahm, veränderte der Traditionsverein seinen Spielstil und entwickelte sich in kurzer Zeit vom Abstiegskandidaten zum Aufstiegsanwärter. Ob die nach Außen hin zufriedenstellend scheinende Vorbereitung die Mannschaft wirklich weitergebracht hat, wird man schon am Samstag sehen, wenn mit dem 1. FC Köln ein schwerer Gegner wartet.

Der Bundesliga-Absteiger aus Köln-Müngersdorf gilt als Topfavorit auf den Aufstieg. Mit Markus Anfang hat im Sommer ein Trainer die Mannschaft übernommen, der die Liga kennt und bereits in Kiel zu überzeugen wusste. Der Übungsleiter hat einen schlagkräftigen Kader zur Verfügung, Leistungsträger wie Nationalspieler Jonas Hector und Keeper Timo Horn konnten gehalten werden. Auch deshalb ist in Köln anstelle einer Abstiegsdepression im Sommer Vorfreude auf die kommende Spielzeit ausgebrochen. 

Große Vorfreude auf Zweitligafußball herrscht naturgemäß auch bei den Aufsteigern. Das Umfeld des 1. FC Magdeburg schwappt jedoch schon seit dem Aufstieg in die dritte Liga vor drei Jahren auf einer Euphoriewelle. Der Verein verzeichnete seitdem einige Rekorde in puncto Zuschauerschnitt und Dauerkartenverkauf. Der erneute Aufstieg dürfte den Anstieg noch weiter befeuern. Auf dem Trainerposten herrscht mit Jens Härtel seit 2014 Kontinuität, die Mannschaft ist größtenteils zusammengeblieben und wurde punktuell verstärkt. 

Eine Verstärkung die beim Mitaufsteiger SC Paderborn heraussticht ist die Rückkehr von Routinier und Identifikationsfigur Uwe Hünemeier. Der 1.89-Hüne erlebte zwei ereignisreiche Jahre inklusive Bundesligafußball beim SCP, ehe er nach England zu Brighton & Hove wechselte. Diesen Sommer kehrt der Innenverteidiger in die Benteler-Arena zurück und soll zum angestrebten Klassenerhalt beitragen, damit nach bewegten Jahren diverser Auf- und Abstiege in Paderborn Ruhe einkehren kann.

Wie man nach einem Aufstieg überzeugend die Klasse hält, machte letzte Saison der MSV Duisburg vor. Nach 25 Spieltagen standen die Zebras auf dem vierten Tabellenplatz und schnupperten an der Relegation, um sich 5 Wochen später auf Platz 12 wiederzufinden. Der MSV hat also am eigenen Leib erfahren, wie eng die Liga beisammen liegt und wird den Eindrücken der Vorbereitung zu Folge auf defensive Stabilität setzen. Am Sonntag beginnt die Spielzeit für die Meidericher, wie schon vergangenes Jahr, mit einem Auswärtsspiel in Dresden.

Arminia Bielefeld spielte letztes Jahr ebenfalls oben mit und ging auf einem beachtlichen vierten Tabellenplatz ins Ziel. Die Ostwestfalen setzten dabei auf viele hungrige Jungspunde; Trainer Jeff Saibene will seine jungen Wilden vor zu hohen Erwartungen schützen und hat einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgerufen. Ein vielversprechendes Talent ist Außenstürmer Roberto Massimo, der bereits mit 17 Jahren den Arminia-Angriff belebt. Der VfB Stuttgart sicherte sich seine Dienste im Sommer, verlieh ihn aber für die nächsten zwei Jahre zur behutsamen Weiterentwicklung nach Bielefeld.

Im Gegenteil zu Arminia Bielefeld setzt der FC St. Pauli mit dem drittältesten Kader der Liga auf Erfahrung, beförderte mit Luis Coordes, Jakob Münzner und Ersin Zehir aber gleich drei Mittelfeldspieler aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis. Der bislang einzige externe Neuzugang ist Marvin Knoll, der Ex-Regensburger ersetzt den nach Köln abgewanderten Lasse Sobiech. Mats Möller Daehli wurde nach vorigem Leihgeschäft nun fest vom SC Freiburg verpflichtet. Der Kiezkicker-Kader ist größtenteils beisammengeblieben, was der Mannschaft im Zusammenspiel helfen könnte.

Ein echtes Urgestein ist Coach Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim, der 43-Jährige ist bereits seit 2007 im Amt und hat eine Ära geprägt. Fast genauso lange dabei ist Kapitän und Kultfigur Marc Schnatterer, der seit 2008 seine Schuhe in Baden-Würtemberg schnürt und in 359 Pflichtspielen für seinen Herzensclub jeweils 106 Tore und Vorlagen beisteuerte. Im vergangenen Jahr hatte Schnatterer mit 22 Scorerpunkten einen Löwenanteil am späten Klassenerhalt des Teams. Für eine ruhigere Saison wurde die Mannschaft unter anderem mit Mittelfeldstratege Niklas Dorsch vom FC Bayern verstärkt. 

Den bislang kleinsten und zweitjüngsten Kader hat die SpVgg Greuther Fürth. Mit Daniel Keita-Ruel konnte Sportdirektor Rachid Azzouzi aber einen erfahrenen Stürmer an den Ronhof locken. Der 28-jährige hat einen beachtlichen Aufstieg hinter sich: Noch vor drei Jahren spielte er für Ratingen in der 5. Liga, ehe er nach einer Spielzeit und 11 Treffern zur SG Wattenscheid in die Regionalliga wechselte. Vergangenen Sommer führte sein Weg nach 12 Toren zu Fortuna Köln in die dritte Liga wo er 15 Mal einnetzte. Wiederum ein Jahr später erfolgt nun der Wechsel in die zweite Liga, auf seine Trefferquote darf man gespannt sein.

Wir sind gespannt auf die sportliche Entwicklung unserer Partner und wünschen ihnen viel Erfolg!