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Salzburg/Graz/Hamburg | 11.05.2018, von  Piet Bosse

Wir gratulieren dem FC Red Bull Salzburg und SK Sturm Graz zu Meisterschaft und Pokalsieg

Es war eine turbulente Woche für den Österreichischen Fußball im Allgemeinen und den FC Red Bull Salzburg im Speziellen: Donnerstag vergangener Woche scheiterten die Salzburger äußerst unglücklich nach beherztem Auftritt in der Verlängerung des Europa League Halbfinals an Olympique Marseille. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns leitete den entscheidenden Treffer der Franzosen ein. Die auf bittere Art und Weise geschlagenen Salzburger trugen ihr Pokal-Aus mit sportlich fairer Fassung; Wohlwissend, in der Stadt auch durch die beeindruckende Europacupsaison eine besondere Euphorie ausgelöst zu haben.

Diese Euphorie wussten sie im Spitzenspiel gegen den direkten Verfolger Sturm Graz zu nutzen, um sich nach einem erneut couragierten Auftritt den fünften Meistertitel hintereinander zu sichern und damit Geschichte zu schreiben. RB-Coach Marco Rose hatte seine Elf im Vergleich zum vorangegangenem Donnerstag auf zehn Positionen verändert - dass sein Team die Grazer dominierte und schlussendlich 4:1 gewann, unterstreicht die breite Qualität, die der Kader des Serienmeisters hergibt. Das Team hat in dieser Spielzeit insgesamt 62 Spiele zu bestreiten, umso beeindruckender ist die Tatsache, dass man sich bereits drei Spieltage vor Schluss zum Meister krönen konnte und, nach dem UEFA Cup-Finaleinzug von 1994, die stärkste Europacupsaison der Vereinsgeschichte spielte. In einer starken, im Kollektiv funktionierenden Mannschaft sticht mit Manus Dabbur ein Akteur besonders heraus: Der 25-jährige Stürmer erzielte in bislang 52 Spielen stolze 27 Tore. Dabbur traf allein in 29 Ligaspielen 20 Mal und trug im Heimspiel gegen Graz als Joker in die torschützenliste ein.
Eine weitere Persönlichkeit des Salzburger Erfolg ist Trainer Marco Rose in seiner Debutsaison im Profifußball. Der gebürtige Leipziger ist seit 2013 Trainer in Salzburg und feierte beachtliche Erfolge im Jugendbereich. Nach einer nationalen Meisterschaft mit Salzburgs U16 und zwei weiteren mit der U18, gewann er mit U19 die UEFA Youth League, das Pendant zur Champions League im Jugendfußball. Vergangenen Sommer wurde er zum Chef befördert und ist nun auch über Österreichs Grenzen hinaus in aller Munde, nach der Meisterschaft dürfte nun die Qualifikation zur "richtigen" Champions League das nächste Ziel sein.

Ein deutscher Trainer, der weiß wie man Titel holt, ist der Grazer Coach Heiko Vogel. Der 42-jährige Übungsleiter holte 2012 bereits mit dem FC Basel das Double aus Pokal und Meisterschaft, ehe er sich der Jugendarbeit beim FC Bayern München verschrieb. Als Franco Foda die Steier zu Jahresbeginn verließ um die österreichische Nationalelf zu übernehmen, nutzte Vogel die Chance auf eine Rückkehr in den Profifußball und weiß bislang zu überzeugen. In der Liga bewies sich Sturm als zweite Kraft hinter Serienmeister Salzburg und schrieb im Pokal seine eigene Geschichte. Gegen unterklassige Teams fuhr man zwar zwei deutliche Siege ein, machte es zwischendurch in der zweiten Runde gegen den Drittligisten USK Anif jedoch sehr spannend. Der Favorit lag fast eine Stunde lang in Rückstand, ehe Phillip Zulechner kurz vor Schluss ausglich und in der Nachspielzeit schließlich den Siegtreffer erzielte. Gegen einen Gegner auf Augenhöhe setzte man sich eine Runde später deutlich durch, als der SCR Altach mit 4:1 besiegt wurde. Ein ebenbürtiger Gegner war Rapid Wien im Halbfinale, als die Steirer in der ausverkauften Merkur Arena den Gast nach Verlängerung mit 3:2 niederkämpften. Einen wesentlichen Anteil am Finaleinzug hatte Angreifer Bright Edomwonyi mit zwei Treffern.

War das Halbfinale noch ein Offensivfestival, setzte Sturm Graz im Endspiel gegen Salzburg auf defensive Stabilität. Heiko Vogel ließ seine Jungs im Wörtherseestadion von Kärnten mit fünf Verteidigern auflaufen, wobei sich die Außenverteidiger Putzmann und Hierländer ins Angriffsspiel einschalteten. Hierländer selbst war es, der in der 112. Minute die Entscheidung zugunsten des Ligazweiten besorgte, der den Gegner wieder in der Verlängerung bezwang. Ein Platzverweis für Salzburgs Verteidiger Ramalho, Mitte der zweiten Halbzeit spielte dem Sportklub in die Karten. Mit dem Abpfiff kannte der Jubel des vermeintlichen Underdogs keine Grenzen mehr; Nachdem man wenige Tage zuvor noch 4:1 gegen RB verloren hatte, brachten ein klarer Plan und starke Nerven den knappen Sieg.

Die besiegten Salzburger haben trotz der Finalniederlage eine beeindruckende Spielzeit gespielt, und mit der fünften Meisterschaft Geschichte geschrieben. Der SK Sturm Graz krönte seine starke Spielzeit mit dem fünften ÖFB-Cup Sieg.
Am Ende dieser turbulenten Woche gratulieren wir beiden Vereinen für außergewöhnliche Leistungen, herzlichen Glückwunsch!