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Paderborn/Hamburg | 15.05.2018, von  Piet Bosse

Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg, SC Paderborn!

Es ist ein neuer Ligarekord: Moritz Stoppelkamp trifft am 20. September 2014 beim Bundesligaspiel in Hannover aus 82,30 Metern zum 2:0 Endstand. Die Entfernung ist bis heute Bestwert der 55-jährigen Bundesliga-Geschichte. Historisch ist an diesem Tag auch, dass der Aufsteiger und Bundesliganeuling nach vier Spieltagen sensationell die deutsche Eliteliga anführt.
Der SC Paderborn ist ganz oben, und übertrifft alle Erwartungen. Von diesem Moment kann es eigentlich nur noch bergab gehen.

Und so wird der 23. Mai 2015 ein weiterer historischer Tag für den SCP, man steigt trotz furiosem Start nach einer Spielzeit als Achtzehnter aus der Bundesliga ab. Der Abstieg ist traurig, war angesichts der Rolle des krassen Außenseiters aber zu erwarten. In Paderborn endet das Abenteuer Bundesliga vorerst und man ist zurecht stolz auf das Erreichte. Dann folgt eine weitere historische Entwicklung. In der zweiten Bundesliga misslingt der Start, aber das Ergebnis ist das gleiche wie im Jahr zuvor: Wieder landet der SCP auf Platz 18 und steigt am 15. Mai 2016 auch in die dritte Liga ab.
Der Club hat große Ambitionen und investiert in den sofortigen Wiederaufstieg. Der im Ligavergleich teure Kader legt einen durchwachsenen Saisonstart im unteren Tabellenmittelfeld hin, und beendet die Saison, zum dritten Mal in Folge, auf Platz 18. Am 20. Mai 2017, 973 Tage nachdem der Club die Bundesliga anführte, steht er ganz weit unten. Der ehemalige Bundesligist muss in die Regionalliga. An diesem Punkt kann eigentlich alles nur noch besser werden. 

Und so nimmt die Geschichte des SC Paderborn am 9. Juni selbigen Jahres eine wundersame Wendung: Der TSV 1860 München muss aus lizenzrechtlichen Gründen von der zweiten Bundesliga direkt in die Regionalliga absteigen. Weil der SCP in einer Liga mit 20 Teams der bestplatzierte Absteiger ist, startet er auch 2017/2018 in der dritten Liga. Das gleiche, glückliche, Schicksal ereilte den SV Darmstadt 98 2013, in den folgenden Beiden Jahren stieg man erst in die zweite Liga, und schließlich in die Bundesliga auf.
Auch der SC Paderborn weiß diese Chance zu nutzen, Marcus Krösche sorgt als Geschäftsführer Sport für einen Umbruch und richtet die Mannschaft, gemeinsam mit Trainer Steffen Baumgart, neu aus.

In Ostwestfalen entsteht Aufbruchstimmung rund um den Verein. Zu Beginn spielen Baumgarts Jungs 4:4 in Halle und gewinnen 3:2 gegen Chemnitz, schon früh zeigt sich die Offensivstärke der Mannschaft. Einen großen Anteil daran hat Sven Michel, der Mittelstürmer ist mit 19 Toren und 12 Vorlagen der Topscorer der Liga. Michel ist jedoch nicht nur aus sportlicher Sicht wichtig, mit 27 Jahren und seiner Erfahrung von über 100 Drittligaspielen ist er die Stütze einer jungen Mannschaft.
Das Team stellt ligaweit den zweitjüngsten Kader, stürmt nach oben und steht am 21. April 2018, bereits drei Spieltage vor Saisonende, als Aufsteiger fest.
Am letzten Spieltag gewinnen die Ostwestfalen 4:2 bei Fortuna Köln und Leihgabe Marlon Ritter schießt drei Tore. Der offensive Mittelfeldspieler kam aus Düsseldorf, prägte Paderborns Offensivspiel und wird möglicherweise beim SCP bleiben; Seine Verpflichtung ist ein Sinnbild für Krösches kluge Kaderplanung.

Wir gratulieren dem SC Paderborn zum Aufstieg in die zweite Bundesliga als Krönung einer starken Saison, in der nebenbei 90 eigene Tore erzielt wurden. Ein neuer Ligarekord.