brand Login

neuigkeiten

Flensburg/Hamburg | 04.06.2018, von  Piet Bosse

Deutscher Meister! Wir gratulieren der SG Flensburg-Handewitt

Zur Halbzeitpause gab es abermals eine Überraschung im Bundesliga-Schlussspurt: Nachdem die SG Flensburg-Handewitt zuletzt sieben Siege in Serie feierte und im gesamten Kalenderjahr 2018 bislang nur ein Spiel verlor, stand es zur Pause gegen stark ersatzgeschwächte Göppinger nur Unentschieden. Der direkte Meisterschaftskonkurrent Rhein-Neckar Löwen führte klar gegen Leipzig und schien zu diesem Zeitpunkt das Titel-Triple perfekt machen zu können. Die Flensburger waren nervös in die Partie gestartet und zeigten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs Nerven, als sie einen Siebenmeter vergaben und infolgedessen in Rückstand gerieten. Das Team von Coach Maik Machulla fing sich jedoch kurz darauf und ging Mitte der zweiten Hälfte erstmals mit 2 Toren in Führung; Spielerisch wusste die Spielgemeinschaft nicht zu überzeugen, rettete den knappen Vorsprung aber über die Zeit.

Als die Partie um schließlich abgepfiffen wurde, brachen in der ausverkauften Flens-Arena alle Dämme. Die Mannschaft ließ sich von den 6.300 anwesenden Fans feiern und mancher Akteur ließ seinen Emotionen freien Lauf. Nach vielen Jahren des knappen Scheiterns war in Flensburg die Sehnsucht nach dem Meistertitel groß. Seit der ersten Meisterschaft 2004 wurden die Nordlichter in 13 Jahren sieben Mal Vizemeister, allein in den letzten beiden Jahren musste man sich jeweils direkt hinter den siegreichen Rhein-Neckar Löwen einreihen. Der Konkurrent aus Mannheim galt vor einigen Wochen schon als sicherer Meister, gewann jedoch nur zwei der letzten fünf Partien, während Flensburg Konstanz walten ließ und 14 der vergangenen 15 Spiele siegreich gestaltete.
Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat Cheftrainer Maik Machulla, der 41-jährige ist seit 2012 im Verein und dort seitdem tief verwurzelt: Erst als Spieler, der bei der Spielgemeinschaft seine aktive Karriere beendete, dann als Co-Trainer des Schweden Ljubomir Vranjes und schließlich als dessen direkter Nachfolger an der Seitenlinie. Machulla trat vergangenen Sommer in große Fußstapfen, als er die Spielidee des Champions League Sieger-Coaches Vranjes fortführe und weiterentwickeln sollte. Nun gelang dem Ex-Nationalspieler bereits im ersten Versuch was seinem Mentor in sieben Anläufen zuvor vergönnt war. Machulla hatte die Partie unter höchster Anspannung erlebt und war nach Abpfiff und einer zünftigen Bierdusche deutlich erleichtert. Er hob den Zusammenhalt hervor und zielte auf den unbedingten Willen seiner Mannschaft ab.

Einer, den sein unbedingter Wille stets auszeichnet, ist Holger Glandorf. Der Routinier gewinnt nach 17 Jahren Bundesligahandball in Nordhorn, Lemgo und Flensburg seine erste Meisterschaft. Wie sein Trainer ist auch er eine Identifikationsfigur und schon seit 2011 im Verein; Damit sogar noch ein Jahr länger als sein heutiger Trainer. Glandorf hat in seiner Karriere schon viele Titel gewonnen, ist 2007 Weltmeister im eigenen Land geworden und hat 2014 mit der SG Flensburg-Handewitt die EHF-Champions League gewonnen, im Herbst seiner Karriere darf sich der 35-jährige erstmals deutscher Handballmeister nennen.
Dieser Titel ist bei Betrachtung der Ausgangslage eine Überraschung und dürfte in Flensburg erstmal ordentlich gefeiert werden. Herzlichen Glückwunsch, SG Flensburg-Handewitt!